Mi 21. Jan. 2026 - 19:30
Olaf Latzel

Stichpunkte

1. Die Andacht zu 1.Mo 14,17-24
Als er nun zurückkam von dem Sieg über Kedor-Laomer und die Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Tal Schawe, das ist das Königstal. Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein heraus. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat. Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute, die Güter behalte für dich! Aber Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu dem Herrn, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, dass ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, damit du nicht sagest, du habest Abram reich gemacht,  ausgenommen, was die Knechte verzehrt haben; doch lass die Männer Aner, Eschkol und Mamre, die mit mir gezogen sind, ihr Teil nehmen. (1.Mo 14 14,17-24)


- Der priesterliche Dienst des Melchisedek –
1. Das Lob des Herrn
2. Das Wort für Abraham
3. Wein und Brot für Abraham
4. Der Segen für Abraham
5. Die Anforderung an Abraham nach den Menschen


2. Einteilung der Bibelstundeneinheit zum Thema Priester

1. Melchisedek                 
2. Aaron                             
3. Samuel                          
4. Jojada
5. Hananias und Kaiphas
6. Jesus
7. Das Priestertum aller Gläubigen


3. Erläuterungen zu Melchisedek
- Melchisedek: Melchisedek heißt wörtlich übersetzt „König der Gerechtigkeit“. Melchesedek ist der Priesterkönig der Stadt Salem (Jerusalem). Er wird als Priester des „Höchsten Gottes“ bezeichnet. Aus der Begegnung mit Abraham, der dem König den Zehnten ablieferte (1.Mose 14,1-24), wurde später das Zehntrecht der Jerusalemer Priesterschaft abgeleitet.
In Hebr 7,1-28 gilt Melchisedek als Urbild des Priestertums Christi. Seine Priesterschaft steht über der Levis und auch Aarons, denn Melchisedek segnet Abraham und dieser ist ein Vorfahre Levis und Aarons.  Dass er „ewig lebt“ (Hebr 7,3), wird aus der dort angeführten Psalmstelle (Ps 110,4: „Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks“) geschlossen. Die Person Melchisedek hat das Judentum immer wieder beschäftigt und führte und führt dort zu vielen Spekulationen

4. Erläuterung zum Zehnten
- Zehnten (Z): Der zehnte Teil vom Ernteertrag (Korn, Wein, Öl) musste als Gabe an Gott und zum Unterhalt der Priester ans Heiligtum abgeliefert werden. Später wurden auch die Armen bedacht. Auch vom Vieh wurde später der Zehnte entrichtet. Dahinter steht wie bei der Gabe der Erstgeburt und der Erstlinge der Gedanke, dass aller Ernte- und Viehsegen Gott zu verdanken ist. Weil im 4. und 5. Mose die Zehntgesetze verschiedener Zeiten überliefert sind (4. Mose 18,20-32; 5.Mose 14,22-29), konnte man im Judentum aus diesem Nebeneinander die Einrichtung eines zweiten und dritten Zehnten ableiten (Tob 1,6-8). Die Pharisäer gaben den Zehnten selbst vom Ertrag der kleinsten Gartenkräuter (Mt 23,23) und von ihren sämtlichen Einkünften (Lk 18,12).

- Der Zehnte tritt nicht nur im AT auf sondern ist auch in anderen Kulturen sowohl im profanen wie sakralen Bereich zu finden (Phönizien, Persern, Karthargern)
- schon Abraham bringt Melchisedek, dem König Salems u. Priester Gottes den Z. (1.Mo 14,18-20)
- alle Z. im Land gehören dem Herrn (3.Mo 27,30)
- der Z. ist eine Unterstützung der am Heiligtum tätigen Priester u. Leviten (5.Mo 26,1-11)
- im dritten Jahr sollen von dem Z. die Witwen, Waisen, Fremdlinge u. Leviten leben, die vor Ort sind (5.Mo 14,28f.)
- die Leviten haben ihrerseits den Z. ihres Z. den Priestern als Unterhalt abzugeben (4.Mo 18,23)
- am Tempel des Herrn befanden sich extra Räume zur Aufnahme des Zehnten (2.Chr 31,4-12)
- die Forderung ist bis zum Ende des AT aktuell u. scheint immer wieder gebrochen worden zu sein. „Ihr seid von eurer Väter Zeit an immerdar abgewichen von meinen Geboten und habt sie nicht gehalten. So bekehrt euch nun zu mir, so will ich mich auch zu euch kehren, spricht der Herr Zebaoth. Ihr aber sprecht: »Worin sollen wir uns bekehren?« Ist's recht, dass ein Mensch Gott betrügt, wie ihr mich betrügt? Ihr aber sprecht: »Womit betrügen wir dich?« Mit dem Zehnten und der Opfergabe! Darum seid ihr auch verflucht; denn ihr betrügt mich allesamt. Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. (Mal 3,7-10)
- Jesus setzt den Z. als gängige Praxis voraus; er sieht in einem Teil der Praxis die Gefahr zu selbstgerechter Frömmigkeit (Lk 11,42 u. 18,12)
- das NT bezeugt Gottes Anspruch auf das ganze Leben u. das ganze Geld
- die Alte Kirche macht sich die Forderungen zu eigen, vor allem zur Versorgung der kirchlichen Dienstträger; die Didache (um 100) regelt das in Kap 13 ausführlich
- die Forderungen für den Klerus werden mit den Zahlungen an die Priester u. Leviten begründet
- 585 wird auf der Synode zu Macon der Z. kirchenrechtlich zur Pflicht - Karl der Große erläßt den Z. als Pflicht 779 gegenüber Fürst und Kirche
- die Pflicht wird erst 1848 im Rahmen der polit. Neuordnung aufgehoben
- viele Freikirchen finanzieren sich auch heute über den Z.

5. Der Text: Hebr 6,20-28
20Jesus ist der Hohepriester in Ewigkeit geworden nach der Ordnung Melchisedeks. 1Dieser Melchisedek aber war König von Salem, Priester Gottes des Höchsten; er ging Abraham entgegen, als der vom Sieg über die Könige zurückkam, und segnete ihn; 2ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens. 3Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit. 4Seht aber, wie groß der ist, dem auch Abraham, der Erzvater, den Zehnten gab von der eroberten Beute.5Zwar haben auch die von den Söhnen Levis, die das Priestertum empfangen, nach dem Gesetz das Recht, den Zehnten zu nehmen vom Volk, also von ihren eigenen Brüdern, obwohl auch diese von Abraham abstammen. 6Der aber, der nicht von ihrem Stamm war, der nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißungen hatte. 7Nun ist aber unwidersprochen, dass das Geringere vom Höheren gesegnet wird. 8Und hier nehmen den Zehnten sterbliche Menschen, dort aber einer, dem bezeugt wird, dass er lebt. 9Und sozusagen ist auch Levi, der doch selbst den Zehnten nimmt, in Abraham mit dem Zehnten belegt worden. 10Denn er sollte seinem Stammvater ja erst noch geboren werden, als Melchisedek diesem entgegenging. 11Wäre nun die Vollendung durch das levitische Priestertum gekommen – denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen –, wozu war es dann noch nötig, einen andern als Priester nach der Ordnung Melchisedeks einzusetzen, anstatt einen nach der Ordnung Aarons zu benennen? 12Denn wenn das Priestertum verändert wird, dann muss auch das Gesetz verändert werden. 13Denn der, von dem das gesagt wird, der ist von einem andern Stamm, von dem nie einer am Altar gedient hat. 14Denn es ist ja offenbar, dass unser Herr aus Juda hervorgegangen ist, zu welchem Stamm Mose nichts gesagt hat vom Priestertum. 15Und noch klarer ist es, wenn, in gleicher Weise wie Melchisedek, ein anderer als Priester eingesetzt wird, 16der es nicht geworden ist nach dem Gesetz äußerlicher Gebote, sondern nach der Kraft unzerstörbaren Lebens. 17Denn es wird bezeugt (Psalm 110,4): »Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« 18Denn damit wird das frühere Gebot aufgehoben – weil es zu schwach und nutzlos war; 19denn das Gesetz konnte nichts zur Vollendung bringen –, und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch die wir uns zu Gott nahen. 20Und das geschah nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester geworden, 21dieser aber durch den Eid dessen, der zu ihm spricht (Psalm 110,4): »Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit.« 22So ist Jesus Bürge eines viel besseren Bundes geworden. 23Auch sind es viele, die Priester wurden, weil der Tod keinen bleiben ließ; 24dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. 25Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie. 26Denn einen solchen Hohenpriester mussten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel. 27Er hat es nicht nötig wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte. 28Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die Schwachheit an sich haben; dies Wort des Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt worden ist, setzt den Sohn ein, der ewig und vollkommen ist. (Hebr 6,20-7,1-28)
 
6. Im Priester Melchisedek begegnet uns Jesus Christus im Alten Bund

1. Melchisedek hat kein Anfang noch Ende er ist ewig – Jesus, Gott ist ewig Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit. (Hebr 7,3)
Jesus Christus spricht: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb 1,18)

2. Melchisedek war ohne Vater und Mutter und damit kein fleischlicher Mensch
– Jesus ist ohne Vater und Mutter, da er durch den Heiligen Geist in die Welt geboren ist Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit. (Hebr 7,3)
Die Geburt Jesu aber geschah so: als Maria seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war vom Heiligen Geist. (Mt 1,18)

3. Melchisedek kam Abraham aus dem himmlischen Jerusalem entgegen
– Jesus kommt uns aus dem himmlischen Jerusalem entgegen Dieser Melchisedek aber war König von Salem, Priester Gottes des Höchsten; er ging Abraham entgegen, als der vom Sieg über die Könige zurückkam, und segnete ihn. (Hebr 7,1)

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. (Offb 21,1-3)

4. Melchisedek ist der König der Gerechtigkeit – Jesus ist der König der Gerechtigkeit

Ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens. (Hebr 7,2)
Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. (Röm 3,21-24)

5. Melchisedek ist der König des Friedens (Salem) – Jesus ist der König des Friedens, der Friedefürst!

- Ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens. (Hebr 7,2)
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich. (Jes 9,5-6)
                                                                                      
6. Melchisedek erhält den Zehnten von Abraham – Jesus, Gott steht der Zehnte zu

- Ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens. (Hebr 7,2)
- Alle Z. im Land gehören dem Herrn (3.Mo 27,30)

7. Melchisedek stärkt Abraham mit Brot und Wein – Jesus stärkt uns mit Brot und Wein

Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein heraus. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten  und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. (1.Mo 14,18-19)

Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. (1.Kor 11,23-25)

8. Melchisedek ist dem Priesterdienst des Aaron und der Leviten übergeordnet

- Jesus ist dem Priesterdienst des Altenbundes übergeordnet Zwar haben auch die von den Söhnen Levis, die das Priestertum empfangen, nach dem Gesetz das Recht, den Zehnten zu nehmen vom Volk, also von ihren eigenen Brüdern, obwohl auch diese von Abraham abstammen. Der aber, der nicht von ihrem Stamm war, der nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißungen hatte. Nun ist aber unwidersprochen, dass das Geringere vom Höheren gesegnet wird. Und hier nehmen den Zehnten sterbliche Menschen, dort aber einer, dem bezeugt wird, dass er lebt. (Hebr 7,5-8)

Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Als aber der Hauptmann und die mit ihm Jesus bewachten das Erdbeben sahen und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! (Mt 27,50-54)

Eine andere Deutung des Melchisedeks als auf Jesus Christus ist unmöglich!

Hebräer 6,20-28Luther 1984

20Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

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