Stichpunkte
1. Die Andacht zu Lk 24,50-53
Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott. (Lk 24,50-53)
- Der Segen des Herrn Jesus Christus -
1. Der Herr Jesus führt die Gemeinde zum Segen
2. Der Herr Jesus segnet die Gemeinde
3. Die gesegnete Gemeinde betet den Herrn Jesus an
2. Der Hohepriester
- Das Amt des Hohepriester (hebräisch: Kohen Gadol כהן גדול, wörtlich „großer Priester“) war das höchtste Amt am Tempel
- Der erste Hohepriester war Aaron, dessen Sohn Eleasar war sein Nachfolger und auf ihn folgte sein Sohn Pinhas in dem Amt; ursprünglich wurde es in der aaronitischen Familie, einer Klerusdynastie, auf Lebenszeit vererbt;
- Im Judentum gilt die Bezeichnung Hohepriester in der Zeit des Jerusalemer Tempels als religiöser Titel
- Seit der Zeit der Makkabäer war der Hohepriester gleichzeitig auch der oberste politische Führer. Er war Vorsitzender des Hohen Rates oder Sanhedrin (Synedrion). Dieser Rat war der höchste jüdische Gerichtshof und die wichtigste politische Institution, die selbst unter der Herrschaft der Römer noch über erhebliche Autonomie verfügte. Für die Besatzungsmacht war der Hohepriester damit der zentrale Ansprechpartner. Die Römer besetzen diesen Posten sehr willkürlich und häufig ab
- Im Bereich der jüdischen Religion hatte der Hohepriester die zentrale Funktion. In allen Fragen der Religion, der Priesterschaft und des Gottesdienstes hatte er die oberste Aufsicht und Weisung. Er musste eine besondere kultische Reinheit wahren (Tod von Angehörigen) und war der einzige, der einmal im Jahr zu Jom Kippur (Versöhnungstag) das Allerheiligste des Tempels betreten durfte. Dort empfing er stellvertretend für das Volk die Vergebung Gottes. Im Jahreslauf brachte er die wichtigsten Opfer dar. Darin liegt die theologische Zentralfunktion des Hohepriesters: durch sein kultisches Opferhandeln vor Gott Vergebung für das Volk zu erwirken. Dieses kann natürlich nur Jesu selber tun, der ja der wahre Hohepriester ist.
- Das AT legt viel Wert auf die genaue Kleiderordnung des Hohepriesters (2.Mo 28)
- Die Funktion des Hohepriesters im Bezug auf Jesu ist in der Bibel vom Anfang (1.Mo 14 Melchesedik) bis zum Ende hin (Hebr 7-10) von Bedeutung.
3. Das Priestertum Jesu Christi
- Jesus beendet am Kreuz das Priestertum des Alten Bunde: in der Todesstunde der Vorhang im Tempel und der Tempel wird sogar einige Jahre später abgebrochen; das Juden noch heute am Tempelberg Erlösung suchen ist Kennzeichen des Nichtverstehens
- Interessanterweise wird Jesus, der wahre Hohepriester, von Kaiphas, dem Hohepriester des alten Bundes, angeklagt, geschlagen und verleumdet; dieses ist der absolute Tiefpunkt des Priestertum des alten Bundes und markiert auch dessen Ende, da nach der Zerstörung des Tempels (70 n. Chr.) auch das Priestertum verschwand
- Jesus hat ein dreifaches Amt inne: er ist König, Priester, Prophet:
Heidelberger Katechismus Frage 31: Warum wird er Jesus Christus, das heißt „Gesalbter“ genannt?
Er ist erstens von Gott dem Vater eingesetzt und mit dem Heiligen Geist gesalbt (Hebr 1,9) zu unserem obersten Propheten und Lehrer, (5.Mo 18,15; Apg 3,22) der uns Gottes verborgenen Rat und Willen von unserer Erlösung vollkommen offenbart; (Joh 1,18; 15,15) Und zweitens zu unserem einzigen Hohenpriester, der uns mit dem einmaligen Opfer seines Leibeserlöst hat (Ps 110,4 / Hebr 7,21) und uns alle Zeit mit seiner Fürbitte (Röm 5,9-10; Röm 8,34) vor dem Vater vertritt; Und drittens zu unserem ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regiert und bei der erworbenen Erlösung schützt und erhält. Ps 2,6; Lk 1,33; Mt 28, 18)
Jesus ist also auch Priester; als der einzige Priester vollbringt er vor allem ein vierfaches:
- 1. Jesus als wahrer Priester stellt den Zugang zu Gott her
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh 14,6)
Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch das Opfer seines Leibes, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser. (Hebr 10,19-22)
- 2. Jesus als wahrer Priester versöhnt durch sein Opfer (Kreuz) das schuldig gewordene Volk mit Gott
Johannes sieht, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! (Joh 1,29)
Jesus hat es nicht nötig wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte. (Hebr 7,27)
- 3. Jesus als wahrer Priester leistet Fürbitte bei Gott für die Seinen
Jesus sagt zu Simon: Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. (Lk 22,31-32)
Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit meine Freude in ihnen vollkommen sei.Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. (Joh 17,13-17)
- 4. Jesus als wahrer Priester segnet die Seinen
Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. (Lk 24,50)
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. (Eph 1,3)
4. Der Text: Das Hohepriesterliche Gebet Joh 17,1-26
1So redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche; 2denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. 3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. 6Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. 7Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. 8Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast. 9Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. 10Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. 11Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. 12Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. 13Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit meine Freude in ihnen vollkommen sei. 14Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 15Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt.19Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. 20Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, 23ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. 24Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.25Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. (Joh 17,1-26)
5. Was der wahre Hohepriester Jesu der Gemeinde vermittelt
1. Die Kenntnis des Vater Namens
- Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. (Joh 17,6)
- Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. (Joh 17,12)
- Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und erde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. (Joh 17,25-26)
2. Das Eigentum Jesu
- Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. (Joh 17,6)
- Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben (Joh 1,11-12)
3. Das Wort
- Sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast. (Joh 17,6-8)
- Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. (Joh 1,1-4)
4. Die Bewahrung vor dem Bösen
- Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. (Joh 17,15)
5. Die Wahrheit
- Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. (Joh 17,17)
- Wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird, wird er euch in aller Wahrheit leiten. (Joh 16,13)
6. Die Einheit
Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. (Joh 1711)
7. Die Heiligung
- Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. (Joh 17,17)
- Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. (Joh 17,19)
8. Die Herrlichkeit
- Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche; denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. (Joh 17,1-5)
- Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind (Joh 17,22)
- Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh 1,14)