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Johannesbrief 1.Std – 1.Joh 1.

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Mi 01. Juli 2026 - 19:30
Olaf Latzel

Stichpunkte

1. Die Andacht zu 1.Joh 1,1: Was von Anfang an war.

- Was von Anfang an war: Assoziationen zum Anfang –

1. Anfang der Schöpfung
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (1.Mo 1,1)

2. Anfang des Wortes
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Joh 1,1)

3. Anfang und Selbstoffenbarung
Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. (Offb 22,13)

4. Anfang des Evangeliums
Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. (Mk 1,1)

5. Anfang der Auferstehung
Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei. (Kol 1,18)

6. Anfang und Nichtergründbarkeit
Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. (Pred 3,11)


2. Einleitungsfragen

Wer schreibt:
- Der Evangelist Johannes
- J. ist der Sohn des Zebedäus, ein wohlhabender Fischer und der Salome, der Schwester von Maria, der Mutter Jesu und war damit ein Cousin des Herrn.
- J. war von Beruf selber auch Fischer und zunächst ein Jünger von Johannes des Täufers, der ihn an Jesus verweist. Mit seinem Bruder Jakobus wird er Nachfolger und Jünger Jesu und nimmt mit Jakobus und Petrus eine Sonderstellung im Jüngerkreis ein. (Auferweckung der Tochter des Jairus; Verklärung; Getsemane).
- J. ist der Jünger den Jesus besonders lieb hatte und der beim letzten Mahl an seiner Brust lag (Joh 13,23). Ihm ordnet Jesus am Kreuz hängend auch seine eigene Mutter Maria zur Obhut an.
- J. gehörte auch zu den Säulen der ersten Gemeinde und überlebt Jakobus und Petrus, die viel früher als er sterben.
- Er wird später der Leiter der Gemeinde in Ephesus, er wurde sehr alt und prägte dadurch als unmittelbarer Zeuge stärker als andere Apostel die ersten Gemeinden. Er wurde so alt, daß es in den ersten Gemeinden das Gerücht gab, er würde nie sterben (Joh 21,23). Er ist der einzige des 12 er Kreis, von dem sein Martyrium nicht überliefert ist/ bzw der eines natürlichen Todes starb.
- J. wurde in der Verfolgung nach Patmos, einer Insel ca. 90 km süd. westl von Ephesus verbannt, und empfängt dort die Offenbarung. Aus seiner Hand stammen in der Bibel das Johannesevangelium, die drei Johannesbriefe sowie das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung

Wer wird angeschrieben:
- Sehr wahrscheinlich die Gemeinde in Ephesus. Ephesus war die bedeutendste Stadt Kleinasiens im Westen der heutigen Türkei und war die Hauptstadt der Provinz Asiens im röm Reich. Die Gemeinde dort wurde von Paulus gegründet und war ein Zentrum heidnischen Götzendienstes (Artemistempel war eines der sieben Weltwunder; Apg 19) und auch der Intellektualität (Irrlehre). Ephesus war vermutlich der Gefangenschaftsort des Paulus und ist der Adressat des gleichnamigen Briefes aus der Bibel. Ephesus galt nach altkirchlicher Tradition als Sitz des Apostel Johannes. Die Gemeinde in Ephesus spielte in der frühen Kirche eine bedeutende Rolle, die immer mehr abnahm. Heute existieren von der Stadt nur mehr ein paar Ruinen.

Wann wird der Brief geschrieben:
- Vermutlich in den letzten 3 Jahrzehnten des 1.nachchristlichen Jahrhunderts

Was ist das historische Umfeld:
- Römische Reich
- Hellenismus
- Gemeinden im Entstehen
- Heidnisches Umfeld
- Verfolgung
- Enstehung der Bibel



3. Der Text: 1.Joh 1,1-10
1Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – 2und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, 3was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 4Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei. 5Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. 6Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 8Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 9Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 10Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. (1.Joh 1,1-10)


4. Eine christologische Annäherung an 1.Joh 1

Jesus, der Anfang
Was von Anfang an war. (1.Joh 1,1)
Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes. (Offb 3,14)

Jesus, der Sohn
Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. (1.Joh 1,3)
Jesus sagt: Ich und der Vater sind eins. (Joh 10,30)

Jesus, das Leben
Das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist (1.Joh 1,2)
Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; 26und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Jesus, die Wahrheit. (Joh 11,25-26)

Jesus, die Wahrheit
Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. (1.Joh 1,8)
Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Jesus, das Licht. (Joh 14,6)

Jesus, der Freudenbringer
Das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei. (1.Joh 1,4)
Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. (Joh 16,22-24)

Jesus, der Treue
Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. (1.Joh 1,9)
Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit. (Offb 19,11)

Jesus, der Gerechte
Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. (1.Joh 1,9)
Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht; denn ich bin’s nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. (Joh 8,16)

Jesus, das Wort
Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens. (1.Joh 1,1)
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Joh 1,1)

Jesus, der Sündenvergeber
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. (1.Joh 1,7-9)

Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Offb 1,5-6)

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