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Gottes Wort

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Mi 29. Apr. 2026 - 19:30
Olaf Latzel

Stichpunkte

1. Die Andacht zu Kol 3,16

Lasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen! (Kol 3,16)

1. Der intellektuelle Weg
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! (Ps 1,1-2)

2. Der beziehungsorientierte Weg
Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. (Apg 8,30-31)

3. Der anbetungsorientierte Weg
Singet dem Herrn ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. Israel freue sich seines Schöpfers, die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König. Sie sollen loben seinen N. im Reigen, mit Pauken u. Harfen sollen sie ihm spielen. (Ps 149,1-3)

4. Der aktionsorientierte Weg
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. (Ps 121,1-2)

5. Der kontemplative Weg
Als nun Daniel erfuhr, dass ein solches Gebot ergangen war, ging er hinein in sein Haus. Er hatte aber an seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er es auch vorher zu tun pflegte. (Dan 6,11)

6. Der repetierende Weg
Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore. (5.Mo 6,4-9)

7. Der katechetische Weg
Neige dein Ohr zu meiner Lehre. (Spr 5,1)


2. Die Übersicht über die Einheiten des Glaubensgrundkurs

1.Gottes Wort
2. Gott
3. Gebet
4. Gebot
5. Gemeinde
6. Gottesdienst
7. Glaube


3. Aussagen aus den Bekenntnisschriften zu Gottes Wort

Heidelberger Katechismus:

Frage 21: Was ist wahrer Glaube?
Wahrer Glaube ist nicht allein die sichere Erkenntnis, in der ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durchs Evangelium (=Wort Gottes) in mir wirkt.

Frage 98: Dürfen Bilder als Anschauungsmittel in den Kirchen geduldet werden?
Nein; denn wir sollen nicht klüger sein wollen als Gott, der seine Christenheit nicht durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Wortes unterwiesen haben will.

Confessio Augustana:
Artikel 5: Vom Predigtamt
Es werden die verdammt, die lehren, dass wir den Heiligen Geist ohne das leibhaftige Wort des Evangeliums durch eigene Vorbereitung, Gedanken und Werke erlangen.

Theologische Erklärung von Barmen:
1. These: Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Wort Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

Gemeindeordnung St. Martini
Die herkömmlich reformierte Gemeinde St. Martini in der Altstadt zu Bremen bekennt sich in Lehre und Ordnung zur ganzen unverfälschten Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, dem einzig wahren und unfehlbaren Gotteswort, wie es durch die Reformation neu erschlossen worden ist.

§ 3.1. Gemeindeordnung: Die St. Martinigemeinde sieht ihre vornehmste Aufgabe in der Verkündigung des Wortes Gottes an alle Getauften und Konfirmierten. Sie hat darüber hinaus unablässig nach Wegen zu suchen, auch die Menschen, die nicht am kirchlichen Leben teilnehmen, mit der Botschaft Jesus Christus zu erreichen.


4. Was das Wort Gottes ist

Das Wort Gottes begegnet uns in Analogie zur Dreieinigkeit in dreifacher Gestalt:
1. Das offenbarte Wort Gottes
2. Das geschriebene Wort Gottes
3. Das verkündigte Wort Gottes!



1. Das offenbarte Wort Gottes
- Gott spricht - Der Vater, der Offenbarer

2. Das geschriebene Wort Gottes
- Die Bibel als Gottes Wort - Der Sohn, die Offenbarung

3. Das verkündigte Wort Gottes
- Die Predigt über die Bibel - Der Heilige Geist, das Offenbarsein

In allen drei Begegnungsebenen des Wortes ist es immer der dreieinige Gott, der in seiner Gesamtheit wirkt und spricht.


5. Quellen und Übersetzungen des Wortes Gottes

1. Die Quellen:

a) Primäre Quellen
- Biblia Hebraica (AT): hebräischer Urtext durch Rudolf Kittel erstmalig 1906 hrsg.; die Hebraica basiert auf dem Codex Leningradiensis, der ältesten derzeit bekannten vollständigen Überlieferung des AT (ausgestellt in Petersburg)
- Novum Testamentum Graece: griechischer Urtext; hrsg. von Nestle Aland (Münster: Institut für neutestamentliche Textforschung) derzeit in 27. Auflage

b) Sekundäre Quellen:
- Septuaginta: griechische Übersetzung des AT die um 150 vor entstand für Juden in der Diaspora;
- Vulgata: lat. Bibelübersetzung des Hieronymus um 400. n. Chr., die Grundlage für die kath. Kirche und Theologie war und ist

2. Gute Bibelübersetzungen:
- Die Zürcher Bibel (2007): sehr nah am Urtext; die Bibel der deutschsprachigen Reformierten; sprachlich sehr gelungen in den Fremdheiten; älteste deutsche vollständige Bibelübersetzung
- Die Luther-Übersetzung (1984): sehr nah am Urtext; große sprachliche Vertrautheit, die jeder im Ohr hat; sprachbildend für unser Muttersprache
- Die Menge-Bibel (1909): Hermann Menge war ein hervorragender Altphilologe und Gymnasialdirektor; philologisch genau die besonders nah an den hebräischen und griechischen Grundtexten übersetzt
- Die Elberfelder Bibel (2006): wesentlich entstanden im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld; sehr wortgetreu; konkordante (einheitliche) Wiedergabe zentraler Begriffe; die Wörtlichkeit hat Vorrang vor sprachlicher Schönheit
- Die Schlachter-Bibel (2000): Übersetzung von Franz Schlachter aus dem Pietismus; Textgenauigkeit; angelehnt an die Lutherübersetzung; gibt den Grundtext sinngemäß genau und in prägnantem Deutsch; (Genfer Studienbibel)

3. Ökumenische Übersetzungen:
- Die Einheitsübersetzung: offizielle deutsche Bibelübersetzung der katholischen Kirche; im AT schwach, gedacht für Ökumene
- the new king james version (1982): durch den engl. König Jakob zu Beginn des 17. Jh. in Auftrag gegeben; lange Tradition in der anglikanischen Kirche; im englischen Sprachraum am meisten verbreitet und vielfach genutzt

4. Keine Übersetzungen sondern Übertragungen: (auch nicht zur Co-Lektüre empfohlen)
- Hoffnung für Alle: Verständlichkeit vor Worttreue; theologisch zweifelhaft; theologische zentralbegriffe werden gemieden
- Die Gute Nachricht: kommunikative Übersetzung der katholischen wie evangelischen Kirche; sehr ungenau ggü. dem Urtext

5. Schlicht Schund: (Giftschrank)
- Voxbibel: moderne Bibelbearbeitung für Jugendliche; sehr umgangssprachlich; gotteslästerlich!
- Bibel in gerechter Sprache: Übersetzung mit klaren Vorgaben durch feministische Theologie, jüdisch christlichem Dialog, Befreiungstheologie; Ideologie vor Text; grausam und widergöttlich!


6. Aufschlußreiche Textvergleiche

Joh 6,29:
Gr. Urtext: Touto estin to ergon tou theo ina pisteuete eis n apesteilen ekeinos

Luther: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Züricher: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Hfa: Nur eins erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.

GN: Gott verlangt nur eins von euch: Ihr sollt dem vertrauen, den er gesandt hat.

2. Kor 5,19:
Gr Urtext: Theos ehn en Christo kosmon katallasson eautw

Luther: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber

Züricher: Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnte

GN: Gott hat durch Christus Frieden mit der Welt geschlossen

Hfa: Denn Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen

Mt 6,33:
Gr Urtext: zeteite de proton ten basileiea tou theo kai ten dikaiosyne

Luther: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit

Züricher: Euch aber muß es zuerst um Gottes Reich und seine Gerechtigkeit gehen

Hfa 1983: Gebt nur Gott und seiner Sache den ersten Platz in eurem Leben

Hfa 2002: Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, und lebt nach Gottes Willen


7. Die Wahrheit über das Wort Gottes - Zwölf biblische Perspektiven

1. Gott selber, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, ist das Wort
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. (Joh 1,1-3)

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh 1,14)

2. Durch Gottes Wort ist alles auf und in dieser Welt gemacht
Und Gott sprach, es werde Licht, und es ward Licht. (1.Mo 1,3)

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. (Joh 1,1-3)

- Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist. (Hebr 11,3)

3. In Gottes Wort liegt der Zugang zum Heil in und zum Glauben an Jesus
Jesus Christus sagt: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen. (Joh 5,24)

So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi. (Rm 10,17)

4. Gottes Wort ist lebendig und hat ungeheure Kraft
Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig. Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. (Ps 119,103-105)

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. (Hebr 4,12)

5. Der Heilige Geist wirkt durch Gottes Wort
Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. (Eph 6,16-17)

Gottes Wort ist nicht gebunden. (2.Tim 2,9)

6. Das Wort Gottes besteht für immer
Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. (Jes 40,6-8)

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. (Mt 24,35)

7. Das Wort Gottes hat unterschiedliche Zeiten
Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören; dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden werden. (Am 8,11-12)

- Es kommt die Zeit, da kein Gotteswort da sein wird. (Mi 3,7)

8. Das Wort Gottes schenkt Orientierung
Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten. (Ps 32,8)

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte u. ein Licht auf meinem Weg. (Ps 119,105)

9. Das Wort Gottes schenkt Trost
Was zuvor geschrieben worden ist, daß ist uns zur Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. (Rm 15,4)

Das ist mein Trost in meinem Elend, das dein Wort mich erquickt. (Ps 119,50)

10. Das Wort Gottes wird in dieser Welt bekämpft
Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? (1.Mo 3,1)

Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen. (Offb 6,9)

11. Das Wort Gottes zu hören ist die wichtigste Aufgabe des Christen (passiv)
Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. (Lk 8,15)

Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! (Offb 2,29)

12. Dem Wort Gottes zu dienen ist die wichtigste Aufgabe des Christen (aktiv)
So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der da kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. (2.Tim 4,1-4)

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