Mi 04. Feb. 2026 - 19:30
Olaf Latzel

Stichpunkte

1. Die Andacht zu 1.Sam 3,1

Zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem Herrn diente unter Eli,
war des Herrn Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung. (1.Sam 3,1)
- Von den unterschiedlichen Zeiten des Wortes des Herrn -

1. Die Gnadenzeiten durch des Herrn Wort
2. Die Dürrezeiten unter des Herrn Wort
3. Die Vollendungszeiten unter des Herrn Wort

2. Die Bosheit der Söhne Elis, das Versagen Elis und die daraus resultierende Notwendigkeit der

Berufung Samules

Aber die Söhne Elis waren ruchlose Männer; die fragten nichts nach dem Herrn noch danach, was dem Priester zustände vom Volk. Wenn jemand ein Opfer bringen wollte, so kam des Priesters Diener, wenn das Fleisch kochte, und hatte eine Gabel mit drei Zacken in seiner Hand und stieß in den Tiegel oder Kessel oder Pfanne oder Topf, und was er mit der Gabel hervorzog, das nahm der Priester für sich. So taten sie allen in Israel, die dorthin kamen nach Silo. Desgleichen, ehe sie das Fett in Rauch aufgehen ließen, kam des Priesters Diener und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib mir Fleisch für den Priester zum Braten, denn er will nicht gekochtes Fleisch von dir nehmen, sondern rohes. Wenn dann jemand zu ihm sagte: Lass erst das Fett in Rauch aufgehen und nimm dann, was dein Herz begehrt, so sprach er zu ihm: Du sollst mir's jetzt geben; wenn nicht, so nehme ich's mit Gewalt. So war die Sünde der Männer sehr groß vor dem Herrn; denn sie verachteten das Opfer des Herrn. (1.Sam 2,12-17)
Eli aber war sehr alt geworden. Wenn er nun alles erfuhr, was seine Söhne ganz Israel antaten und dass sie bei den Frauen schliefen, die vor der Tür der Stiftshütte dienten, sprach er zu ihnen: Warum tut ihr solche bösen Dinge, von denen ich höre im ganzen Volk? Nicht doch, meine Söhne! Das ist kein gutes Gerücht, von dem ich reden höre in des Herrn Volk. (1.Sam 2,22-24)

1. Die theologische Leiterschaft denkt nur an den eigenen Vorteil, das eigen Geld
2. Die theologische Leiterschaft treibt Unzucht
3. Die theologische Leiterschaft greift nicht ein
- Samuel war im strengen Sinn kein Priester, aber er übte priesterähnliche Aufgaben aus; er diente als Kind permanent am Heiligtum; er trug einen leinenes Efod, er brachte das Opfer dar und betete öffentlich für das Volk (1.Sam 7,9)
- Ein Priester musste aus der Linie Aarons stammen. Samuel gehörte zwar zu den Leviten (vgl. 1 Chr 6), aber nicht zur aaronitischen Priesterlinie.
- Samuel war Richter Israels (1.Sam 7,15–17), Prophet (1.Sam 3,20) Kultischer Diener am Heiligtum in Schilo

3. Berufungen in der Bibel

- Was heißt berufen?
Das hebr. qara bzw, das gr, ekkalein bedeutet soviel wie herausrufen; daher kommt auch das Wort ekklesia = Herausgerufene, Gemeinde, Kirche
- Wer beruft?
Es ist immer Gott selber, der beruft.
- Wozu beruft Gott?
Der Herr ruft den Christenmensch dreifach: a) Zum irdischen Leben, b) Zum ewigen Leben, c) Zum Dienst

#- Wodurch beruft Gott?
Berufungen geschehen immer durch das Wort; immer spricht Gott zu seinen Nachfolgern. Dieses geschieht: durch Menschen (Lk 14,17); direkt (2.Mo 3); durch Visionen (Jes 6) oder durch Träume (Mt 1,20)
Es zwei Arten von Aufgaben zu denen Gott beruft: einmal die allgemeinen Aufgaben, wie etwa den unverbrüchlichen Glauben (Joh 14,1), die Mission (Mt 28,18-20), die Dankbarkeit (1.Thess 5,18) oder die Heiligung (1.Thes 4,3), die allen Christen zu allen Zeiten gelten. Zum anderen sind da aber auch die speziellen Aufgaben, zu denen ein Christ persönlich berufen wird, etwa Pastor in einer Gemeinde zu sein, Mitarbeiter in der Jungschar zu werden oder sich in tätiger Nächstenliebe einem ganz besonderen Menschen zu zuwenden. Zu diesen Spezialaufgaben eines Christen wird man nicht nur von Gott berufen (wie Mose, Samuel, Jesaja, Saulus) man wird für diese auch von Gott auserwählt. Diese Auserwählung durch Gott geht der Berufung voraus, was sich eindrücklich an der Berufung und dem Leben des Saulus erklären läßt. Der Berufene hat nur mehr die Aufgabe in den vorbereiteten Werken zu wandeln (Eph 2,10), auch wenn er diese nicht immer versteht.

4. Der Text: 1.Sam 3,1-15

Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem Herrn diente unter Eli, war des Herrn Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung. Und es begab sich zur selben Zeit, dass Eli lag an seinem Ort und seine Augen hatten angefangen, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte. Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Heiligtum des Herrn, wo die Lade Gottes war. Und der Herr rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!, und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen. Der Herr rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege dich schlafen. Aber Samuel hatte den Herr noch nicht erkannt, und des Herr Wort war ihm noch nicht offenbart. Und der Herr rief Samuel wieder, zum dritten Mal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben rief, und sprach zu ihm: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn du gerufen wirst, so sprich: Rede, Herr, denn dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort. Da kam der Herr und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört. Und der Herr sprach zu Samuel: Siehe, ich werde etwas tun in Israel, wovon jedem, der es hören wird, beide Ohren gellen werden. An dem Tage will ich über Eli kommen lassen, was ich gegen sein Haus geredet habe; ich will es anfangen und vollenden. Denn ich hab‘s ihm angesagt, dass ich sein Haus für immer richten will um der Schuld willen, dass er wusste, wie sich seine Söhne schändlich verhielten, und ihnen nicht gewehrt hat. Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, dass die Schuld des Hauses Eli nicht
gesühnt werden solle, weder mit Schlachtopfern noch mit Speisopfern immerdar. Und Samuel lag bis an den Morgen und tat dann die Türen auf am Hause des Herr. Samuel aber fürchtete sich, Eli anzusagen, was ihm offenbart worden war. (1.Sam 3,1-15)

5. Was die Berufung Samuels lehrt

1. Der berufene Samuel wird persönlich angesprochen
2. Der berufene Samuel ist ein schwacher Kandidat
3. Der berufene Samuel stellt sich zur Verfügung
4. Der berufene Samuel erkennt die Verdorbenheit der theologischen Elite
5. Der berufene Samuel hat Angst die Gerichtsbotschaft anzusagen

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