Johannesbrief: 7.Std – 3.Joh 1
Stichpunkte
1. Die Andacht
Der Älteste an Gajus, den Lieben, den ich lieb habe in der Wahrheit. (3.Joh 1,1)
- Der unbekannte Gajus – ein biblisches Profiling -
- In Verbindung zu Johannes
- In Konflikten stehend
- Liebenswürdig
- Beliebt
- Geistlich stark
- Wahrheit lebend
- Gastfreundlich
- Gut beleumundet
2. Neutestamentliche innergemeindliche Konflikte
1. Irrlehre
- Irrlehre (Gal 3; Phil 3; Kol 2; 2.Tim 4; 2.Petr 2; 1.Joh 4) Anklage an die Sendschreibengemeinden (Off 2)
2. Umgang mit den Bundeszeichen
- Beschneidung (Apg 15); Abendmahl (1.Kor 11) Taufe (1.Kor 15)
3. Parteiungen
- Paulus, Petrus, Apollos, Christus (1.Kor 1-3)
4. Umgang mit der Welt
- Essen von Götzenopferfleisch (1.Kor 8); Demas (2.Tim 4)
4. Endzeit
- Fixierung des Kommens (2.Thes 2); Zweeifel an der Wiederkunft (2.Petr 3)
5. Führungsfragen
- Rangstreit unter den Jüngern (Mk 10); Entscheidung über Markus (Apg 15); Diotrephes (3.Joh 1)
6. Gemeinschaft mit anderen Christen
- Verweigerung der Gastfreundschaft (2.Joh 1; 3.Joh 1)
7. Gesellschaftliches Ansehen
- Unterscheidung in der Gemeinde nach Reichtum (Jak 2)
8. Esoterik
- Zauberer (Apg 8 u. 13; Gal 5)
9. Geldfragen
- Geiz (Apg 5); Bezahlung Hauptamtliche (2.Kor 11); Kollekte (1.Kor 16)
10. Sexualmoral
- Falsche sexuelle Ausrichtung (1.Kor 5; 1.Tim 5)
3. Das Problem der Definition von Gemeinde und Kirche
- Der griechische Begriff „ekklesia“ heißt soviel wie Volksversammlung der stimmberechtigten Männer; wörtlich: „herausgerufen“; „ekklesia“ wird sowohl mit Kirche; aber auch mit Gemeinde übersetzt; er bezeichnet sowohl die kleine Hausgemeinde wie auch die Gesamtheit der Nachfolger Christi
- Kirche hat theologisch biblisch ihren Ursprung in Jesus Christus (gr. kyriake von kyrios = Herrn); zudem ist sie Leib Jesu Christi (Eph 4,15) (Kirche = Gottes Werk)
- Petrus ist der Fels der Kirche (Mt 16,18) dieses aber nicht als Person, sondern als Mensch, der Jesus als Christus bezeugt; gr. Petros = Fels; d.h. sie ist von Anfang an in den Händen sündiger, fehlender Menschen (Kirche = Menschen Werk) und ist allein gegründet auf dem Bekenntnis zum Herrn
- Das im Neuen Testament vorhandene Gemeinde und Kirchmodell besteht im Wesentlichen aus zwei Ebenen: Hausgemeinde (oikos) und Gesamtkirche (oikomene); damit unterscheidet sie sich diametral von den derzeit vorherschenden Kirch und gemeindemodellen in Deutschland; diese sind in der Regel entweder Vereine oder Körperschaften
Verschiedene Modelle von christlichen Gemeinschaftsverfassungen/Kirchmodellen
1. Hierarchisches Modell: Leitung durch einen souveränen Geistlichen an der Spitze und schwacher Beteiligung von Synoden (Katholische Kirche)
2. Episkopal-Synodales Modell: Leitung durch einen Geistlichen mit starker Beteiligung von Synoden (Altkatholische Kirche; Kurhessische Landeskirche)
3. Presbyterial-Synodales Modell: Leitung durch basisdemokratischen Aufbau von der Gemeinde zur Spitze hin (Landeskirche in Westfalen)
4. Kongregationalistische Modell: Jede Gemeinde ist frei in ihrer Leitung; nur loser Verbund mit anderer Gemeinden (Freie Evangelische Gemeinden)
4. Der Text: 2.Joh 1,1-13
1Der Älteste an Gajus, den Lieben, den ich lieb habe in der Wahrheit. 2Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht. 3Denn ich habe mich sehr gefreut, als die Brüder kamen und Zeugnis gaben von deiner Wahrheit, wie du ja lebst in der Wahrheit. 4Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit leben. 5Mein Lieber, du handelst treu in dem, was du an den Brüdern tust, zumal an fremden, 6die deine Liebe bezeugt haben vor der Gemeinde; und du wirst gut daran tun, wenn du sie weitergeleitest, wie es würdig ist vor Gott. 7Denn um seines Namens willen sind sie ausgezogen und nehmen von den Heiden nichts an. 8Solche sollen wir nun aufnehmen, damit wir Gehilfen der Wahrheit werden. 9Ich habe der Gemeinde kurz geschrieben; aber Diotrephes, der unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht auf. 10Darum will ich ihn, wenn ich komme, erinnern an seine Werke, die er tut; denn er macht uns schlecht mit bösen Worten und begnügt sich noch nicht damit: Er selbst nimmt die Brüder nicht auf und hindert auch die, die es tun wollen, und stößt sie aus der Gemeinde. 11Mein Lieber, folge nicht dem Bösen nach, sondern dem Guten. Wer Gutes tut, der ist von Gott; wer Böses tut, der hat Gott nicht gesehen. 12Demetrius hat ein gutes Zeugnis von jedermann und von der Wahrheit selbst; und auch wir sind Zeugen und du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist. 13Ich hätte dir viel zu schreiben; aber ich wollte nicht mit Tinte und Feder an dich schreiben. 14Ich hoffe aber, dich bald zu sehen; dann wollen wir mündlich miteinander reden. 15Friede sei mit dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde, jeden mit Namen. (3.Joh 1,1-15)
5. Acht exegetische Schlaglichter aus 2.Joh 1,1-13
Das Wandeln in der Wahrheit
- Denn ich habe mich sehr gefreut, als die Brüder kamen und Zeugnis gaben von deiner Wahrheit, wie du ja lebst in der Wahrheit. Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit leben. (3.Joh 1,3-4)
- Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. (Joh 17,17)
Das Wandeln in der Liebe
- Der Älteste an Gajus, den Lieben, den ich lieb habe in der Wahrheit. (3.Joh 1,1)
- Mein Lieber, du handelst treu in dem, was du an den Brüdern tust, zumal an fremden, die deine Liebe bezeugt haben vor der Gemeinde; und du wirst gut daran tun, wenn du sie weitergeleitest, wie es würdig ist vor Gott. (3.Joh 1,5-6)
Die Trennung von der Welt
- Denn um seines Namens willen sind sie ausgezogen und nehmen von den Heiden nichts an. (3.Joh 1,7)
- Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? (2.Kor 6,14)
Das Streben nach Herrschaft in der Gemeinde (Diotrephes)
- Ich habe der Gemeinde kurz geschrieben; aber Diotrephes, der unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht auf. (3.Joh 1,9)
- Und sie kamen nach Kapernaum. Und als er daheim war, fragte er sie: Was habt ihr auf dem Weg verhandelt? Sie aber schwiegen; denn sie hatten auf dem Weg miteinander verhandelt, wer der Größte sei. (Mk 9,33-34)
Die christliche Gastfreundschaft
- Er selbst nimmt die Brüder nicht auf und hindert auch die, die es tun wollen, und stößt sie aus der Gemeinde. (3.Joh 1,10)
- Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. (Hebr 13,1-2)
Das Zeugnis über Brüder (Demetrius)
- Dem Demetrius ist von allen und von der Wahrheit selber ein rühmliches Zeugnis erteilt worden; auch wir erteilen es ihm, und du weißt, daß unser Zeugnis der Wahrheit entspricht. (3.Joh 1,12)
- So bitte ich dich für meinen Sohn Onesimus, den ich gezeugt habe in der Gefangenschaft, der dir früher unnütz war, jetzt aber dir und mir sehr nützlich ist. Den sende ich dir wieder zurück und damit mein eigenes Herz. ich wollte ihn gern bei mir behalten, damit er mir an deiner statt diene in der Gefangenschaft um des Evangeliums willen. (Phlm 1,10-13)
Die Grüße
- Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde, jeden mit Namen. (3.Joh 1,15)
- Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht. (2.Joh 1,9-10)
Die Bedeutung des Namens
- Grüße die Freunde, jeden mit Namen. (3.Joh 1,15)
- Grüßt Andronikus und Junias, meine Stammverwandten und Mitgefangenen, die berühmt sind unter den Aposteln und schon vor mir in Christus gewesen sind. Grüßt Ampliatus, meinen Lieben in dem Herrn. Grüßt Urbanus, unsern Mitarbeiter in Christus, und Stachys, meinen Lieben. Grüßt Apelles, den Bewährten in Christus. Grüßt die aus dem Haus des Aristobul. Grüßt Herodion, meinen Stammverwandten. (Röm 16,8-11)
