Johannesbrief 2.Std – 1.Joh 2
Stichpunkte
1. Die Andacht zu 1.Joh 2,1: Meine Kinder!
- Assoziative Annäherung an eine Anrede -
1. Kind meiner Eltern
2. Kind Adams
3. Kind Gottes
4. Kind im Glauben
5. Kind geistlicher Väter
6. Kind als Anrede
2. Dualismus in der Bibel
Dualismus leitet sich vom lateinischen Zahlwort duo = zwei ab und bedeutet, daß eine System, eine Theologie, eine Philosophie, eine Lehre oder ein Prinzip zwei voneinander zu unterscheidende Ursachen oder Substanzen hat. Die Bibel ist durchzogen von einem dualistischen Weltbild:
- Die Schöpfung (1.Mo 1-3): Nichtsein-Sein; Tag-Nacht; Erde-Himmel; Schöpfer-Geschöpf; Mann-Frau; dem Wort Gottes Gehorsam-dem Wort Gottes ungehorsam; im Paradies-außerhalb des Paradieses; Gott-Teufel; Leben-Tod; Vergangenheit-Zukunft
- Das Volk Israel: Im Gehorsam ggü. Gottes Wort => dann waren sie gesegnet; Im Ungehorsam ggü. Gottes Wort => dann wurden sie gestraft
- Die Psalmen: Psalm 1 als Paradigma für alle 150 Psalmen: der Weg des Frommen (mit Gott) - der Weg des Gottlosen (ohne Gott)
- Das Gesetz: Ein Gott-Andere Götter (Götzen); Arbeiten-Sabbat; Treue-Ehebruch; Leben fördern-Leben zerstören; Gehorsam-Ungehorsam
- Bibel: Altes Testament-Neues Testament; Alter Bund-Neuer Bund
- Jesus Christus: Glaube-Nichtglaube; wahrer Gott-wahrer Mensch
- Heiliger Geist: Leben im Geist-Leben im alten Adam; Heiligung-Sünde
- Das Gericht (Offb 20): Ewiges Leben-Ewige Verdammnis
- Elementare Dinge: 2 Geburten; 2 Gerichte; 2 Tode; 2 Auferstehungen
3. Dualismus bei Johannes
Licht - Dunkel:
- In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. (Joh 1,4-9)
- Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind. (Joh 3,16-21)
- Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)
Geist Gottes - Geist des Antichristen
- Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin von Gott ausgegangen und komme von ihm; denn ich bin nicht von selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. (Joh 8,42-45)
- Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. (1.Joh 4,1-3)
Menschen der Welt – Menschen des Reiches Gottes
- Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. (Joh 3,3-6)
- Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. (1. Joh 2,15-17)
- Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1.Joh 5,4)
4. Der Text: 1.Joh 2,1-29
1Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. 2Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 3Und daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. 4Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. 5Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. 6Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat. 7Meine Lieben, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr von Anfang an gehabt habt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. 8Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, das wahr ist in ihm und in euch; denn die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt. 9Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. 10Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand zu Fall. 11Wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet. 12Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. 13Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennt den, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. 14Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr kennt den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr kennt den, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. 15Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.18Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind nun schon viele Antichristen gekommen; daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. 19Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind. 20Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen. 21Ich habe euch nicht geschrieben, als wüsstet ihr die Wahrheit nicht, sondern ihr wisst sie und wisst, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt. 22Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 23Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater. 24Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch. Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet ihr auch im Sohn und im Vater bleiben. 25Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben. 26Dies habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. 27Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist’s wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm. 28Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart wird, Zuversicht haben und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt. 29Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt ihr auch, dass, wer recht tut, der ist von ihm geboren. (1.Joh 2,1-29)
5. Fünf theologische Schlaglichter aus 1.Joh 2
Finsternis
- Die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis. (1.Mo 1,2-3)
- Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, dass eine solche Finsternis werde in Ägyptenland, dass man sie greifen kann. Und Mose reckte seine Hand gen Himmel. Da ward eine so dicke Finsternis in ganz Ägyptenland drei Tage lang, dass niemand den andern sah noch weggehen konnte von dem Ort, wo er gerade war, drei Tage lang. Aber bei allen Israeliten war es licht in ihren Wohnungen. (2.Mo 10,21-23)
- Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. (Jes 9,1)
- Blast die Posaune zu Zion, ruft laut auf meinem heiligen Berge! Erzittert, alle Bewohner des Landes! Denn der Tag des Herrn kommt und ist nahe, ein finsterer Tag, ein dunkler Tag, ein wolkiger Tag, ein nebliger Tag! (Joe 2,1-2)
- - In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. (Joh 1,4-5)
- Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. (Röm 13,12)
- Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Und die Völker werden wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. (Offb 21,23-25)
Fleisch
1. Fleisch = Lebensmittel
2. Fleisch = der Mensch: Sie werden ein Fleisch; Alles Fleisch ist wie Gras
3. Fleisch = das Irdische: Das Wort ward Fleisch und wir sahen seine Herrlichkeit (Joh 1,14)
4. Fleisch = Fleischliche Gesinnung ist das unerlöste Denken und Wollen der Menschen in dieser Welt; ein Denken, das nicht von Gott kommt, sondern sich von den „unumstößlichen“ Bedingungen, vermeintlichen Notwendigkeiten, körperlichen Begierden und „unausweichlichen“ Zwängen dieser Welt bestimmt und sein läßt. Endergebnis dieser Gesinnung ist immer die Angst und der Tod!
- fleischlich gesinnt sein ist der Tod, ist Feindschaft gegen Gott
- Die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. (Röm 8,5-9)
- Irrt euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Was der Mensch sät, das erntet er. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben erben. (Gal 6,7-8)
- Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. (Gal 5,24)
Sünde
- Sünde ist Verfehlung des Zieles
Das griechische Wort für Sünde lautet ἁμαρτία – hamartia und heißt soviel wie: Verfehlung des Zieles
- Die Sünde ist die anthropologische Grundbestimmung des Menschen
Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Röm (3,22-24)
- Die Sünde kommt vom Teufel
Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1.Joh 3,8)
- Die Sünde betrügt
Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. (Hebr 3,12-13)
- Das Heilmittel gegen die Sünde ist das Blut Jesu
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. (1.Joh 1,7)
Salbung
- Bestimmte Menschen und Gegenstände, die Gott geweiht waren, wurden mit Öl gesalbt: Könige (z.B. 2.Sam 2,4), Priester (2.Mo 28,41); Propheten (1.Kö 19,16); Gegenstände im Zelt der Begegnung, dem Vorläufer des Tempels (2.Mo 30,23-30). Damit wurde ausgedrückt, dass sie von Gott zu einem besonderen Zweck bzw. Dienst für ihn bestimmt und ausgerüstet wurden. Die Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. Sie war ein Zeichen der Lebensfreude und des Wohlstandes; deswegen unterließen Trauernde die Salbung. Außerdem hatte sie ihren besonderen Platz im religiösen Leben. Gottgeweihte Gegenstände und Personen wurden von Propheten oder Priestern gesalbt: der heilige Stein in Bethel (1.Mose 31,13), die Stiftshütte, der Altar (2.Mose 29,36), Propheten (1.Kön 19,16), Priester (2.Mose 30,30) und Könige (1.Sam 10,1; 16,1.13). Hintergrund ist die Vorstellung sein, dass durch die Salbung ein Vasallitätsverhältnis hergestellt wird, d.h., der König ist von Gott als dem höchsten König mit Macht betraut. Er ist „der Gesalbte des Herrn“ (1.Sam 24,7; Ps 2,2). In späterer Zeit wird diese Bezeichnung zum Titel des erwarteten Heilskönigs aus Davids Geschlecht (Gesalbter = hebr. maschiach: Messias).
- In diesem Sinn ist auch Jesus der Inbegriff des Gesalbten, da er von Gott für die größte Mission aller Zeiten ausgesucht und zugerüstet wurde, nämlich eine gottlose Welt mit Gott zu versöhnen: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen. zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn. (Lk 4,18-19) Daher ist Jesus der Messias, der Christus: beide Bezeichnungen heißen übersetzt „der Gesalbte“. Jesus ist sowohl König, als auch Priester, als auch Prophet. Deshalb finden die Einrichtungen des Alten Bundes, das Zeltes der Begegnung bzw. der Tempels ihre Erfüllung in ihm, d.h. sie waren nur Vorläufer und Schatten der Wirklichkeit, die mit dem vollkommenen Erlösungswerk Jesu Christi kam. (Hebr 3-9)
- Jesus ist der von Gott Gesalbte, der Messias. Diese Salbung hat mit der Verleihung, der Eingießung des Heiligen Geistes zu tun. Ähnlich wie Christus erfahren auch alle seine Nachfolger die Salbung des Heiligen Geistes. Jesus hat seinen Jüngern versprochen, dass er sie nicht alleine lassen wird, wenn er zum Vater geht, sondern ihnen einen anderen Tröster oder Beistand senden wird, den Heiligen Geist (Joh 14 u. 16). Diese Eingießung des Heiligen Geistes wird im NT mit der Salbung in engste Verbindung gebracht:
Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat. (2.Kor 1,21-22).
Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen. Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm. (1.Joh 2,20 u.27)
- Dass die Nachfolger Jesu von Gott gesalbt sind, bedeutet auch - ausgehend von der Bedeutung im Alten Testament -, dass sie für Gott aus der Welt ausgesondert, beiseite genommen sind, um für ihn heilig zu sein, für einen bestimmten Dienst berufen sind, für diesen Dienst auch die nötige Ausrüstung bekommen. Es ist wichtig, dass sich jeder einzelne dieser Berufung grundsätzlich bewusst ist, und auch, dass er täglich sucht, zu verstehen und zu tun, was diese Berufung für ihn bedeutet.
- Ein weiterer Aspekt der Salbung ist Freude: Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen. (Hebr 1,9)
- Hier wird über Jesus ausgesagt, dass er mit besonderer Freude beschenkt war, weil er die Gerechtigkeit Gottes so kompromisslos geliebt und jede Form von Gottlosigkeit gehasst hat. Darin steckt eine große, in der Bibel oftmals wiederholte Lehre für uns: Je kompromissloser wir Jesus in der Liebe zu Gott und zu seiner Gerechtigkeit nachfolgen, desto mehr Freude und Glück finden wir.
Der Böse/ derAntichrist
Nach dem Wortlaut der Bibel gilt:
- Der Böse (Teufel Satan) ist die Quelle der bösen Macht und der eigentliche Gegenspieler Gottes.
- Das Tier ist Satans bevollmächtigter Vertreter, der politische bzw. weltbeherrschende Macht ausübt
- Der falsche Prophet unterstützt das Tier religiös und verleitet die Menschen, es anzubeten.
- Der Antichrist bezeichnet in den Johannesbriefen diejenigen, die Christus leugnen; die Gleichsetzung des Antichristen mit dem Tier ist eine weit verbreitete theologische Auslegung, aber keine ausdrückliche Aussage des biblischen Textes
